Schongau
Schongau ist Endpunkt der Pfaffenwinkelbahn und Startpunkt von fünf Zielen dieser Region, darunter LechErlebnisWeg, Lechradweg und Sachsenrieder Bähnle. Die Stadt beschreibt dazu zwei eigene Rundwanderwege.

Kulturlandschaft statt Bergland: Klöster, Wallfahrtskirchen und ein Fluss, der fast überall gestaut ist.
Frühnebel über der Litzauer Schleife des Lech bei Burggen, dahinter die Ammergauer Alpen. Foto: Flodur63, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
34 Ziele · Anfahrt 12 bis 70 min · 22 ohne Auto erreichbar
Der Pfaffenwinkel liegt zwischen Lech und Loisach, im Kern der Landkreis Weilheim-Schongau; das Gelände wellt sich zwischen rund 550 und 1.750 Metern und besteht aus Wiesen, Wäldern, Mooren, Seen und Flusstälern. Wer hier hinfährt, fährt nicht in die Berge, sondern in eine Kulturlandschaft — und das ist auch die Herkunft des Namens. Er taucht erstmals 1756 in Franz Sales Gaillers „Vindelicia Sacra“ auf, dort erklärt als lateinisch Anguli Monachorum, „Winkel der Mönche“, nach der Dichte an Klöstern und Wallfahrtskirchen. Deren bekannteste ist die Wieskirche bei Steingaden, 1754 von den Wessobrunner Brüdern Dominikus und Johann Baptist Zimmermann vollendet und seit 1983 UNESCO-Welterbe.
Die zweite Achse ist der Lech. Er ist 256 Kilometer lang, entspringt nahe dem Formarinsee auf 1.840 Metern und mündet bei Marxheim in die Donau; seine grünblaue Farbe kommt vom hohen Kalkanteil, der das Planktonwachstum begrenzt. Zwischen Schongau und Landsberg ist er weitgehend gestaut — eine dichte Folge von Stauhaltungen. Umso mehr Gewicht hat die Ausnahme: In der Litzauer Schleife bei Burggen ist der Fluss noch naturbelassen; das Naturschutzgebiet dort umfasst 188,5 Hektar und besteht seit 1986.
Praktisch heißt das: Diese Region ist die pflegeleichteste. Das nächste Ziel liegt eine gute Viertelstunde entfernt, das Gros zwischen zwanzig und fünfzig Minuten, nur Augsburg reicht an die Schmerzgrenze. Damit taugt sie für den Feierabend, für kurze Tage und für schlechtes Wetter. Wofür sie nicht taugt: fürs Baden und für Höhenmeter. Wer Seen will, bleibt im Fünfseenland; wer Gipfel will, fährt weiter nach Süden.
Jeder Punkt steht für einen oder mehrere Startorte; die Zahl in der Marke sagt, wie viele Ziele dort zusammenkommen. Überfahren oder antippen zeigt, welche es sind, und beim Hineinzoomen teilen sich die Marken wieder auf. Wer lieber liest: Unter der Karte stehen ohnehin alle Ziele.
1 Ziel ist nicht auf der Karte: Für sie ist in OpenStreetMap kein Startpunkt verzeichnet. In der Liste darunter stehen sie.
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Ein Messpunkt für eine ganze Landschaft: die Mitte der eingezeichneten Startpunkte. Zwischen Talboden und Grat liegen leicht mehrere Grad — für eine Bergtour bleibt der Bergwetterbericht maßgeblich.
Die Gemeinden und Tourismusverbände stellen eigene Wandertipps und Tourenvorschläge zusammen — mehr, als hier je stehen könnte.
Schongau ist Endpunkt der Pfaffenwinkelbahn und Startpunkt von fünf Zielen dieser Region, darunter LechErlebnisWeg, Lechradweg und Sachsenrieder Bähnle. Die Stadt beschreibt dazu zwei eigene Rundwanderwege.
Landsberg ist der westliche Eckpunkt der Region; Lechradweg, Lechpark Pössinger Au und die Teufelsküche beginnen am Stadtrand. Die Stadt stellt Fern- und Genusswanderungen mit Länge und Gehzeit zusammen.
Der Hohe Peißenberg ist Ziel zweier Touren dieser Region — zu Fuß über den Stollenweg ab der Tiefstollenhalle und mit dem Rad weiter zur Ammer. Der Markt beschreibt seine benannten Wege einzeln, darunter Stollenweg, Alpiniweg und Schäfflerweg.
Nach Aufwand geordnet — von der Feierabendrunde bis zur Tagestour. Die Filter darunter grenzen ein, was gerade passt.
Ein Marktplatz, der bergan läuft, und ein Fluss, der rauscht
Der Hauptplatz ist keine flache Fußgängerzone, sondern ein trichterförmiger Platz, der spürbar bergan läuft — dahinter steht mit dem Bayertor von 1425 eines der wenigen erhaltenen gotischen Stadttore Bayerns, dessen Turm man besteigen kann. Unten am Lechwehr rauscht der Fluss so laut, dass man sich anschreien muss. Dominikus Zimmermann, sonst bekannt für die Wieskirche, war hier Bürgermeister und hat das Rathaus stuckiert.
Über 20 Seen aus der Eiszeit
Eiszerfallslandschaft mit über 20 Einzelseen. Im Sommer die offiziellen Badeplätze am Fohnsee und an der Blauen Gumpe, im Winter Alpenpanorama über dem Röhricht.
Themenweg auf einer 70 Meter hohen Abraumhalde
Ein Seilbahndenkmal, Infotafeln zur Penzberger Kohle, eine Klangstation und eine Aussichtsterrasse über das Loisach-Kochelsee-Moos bis zu den Alpen. Weil hier Industriegeschichte statt Postkartenmotiv zu sehen ist, trifft man fast nur Einheimische.
Zwölf Minuten mit dem Zug — die bequemste Stadt der Liste
Weilheim ist keine Postkartenstadt, sondern eine funktionierende Kleinstadt mit einem ungewöhnlich geschlossenen Marktplatz — die bunten Bürgerhäuser mit Schweifgiebeln stehen weiter, als man es bei 23.000 Einwohnern erwartet. Pöltnerturm und Oberer Turm markieren noch die alten Stadtgrenzen. Im 17. Jahrhundert war Weilheim Zentrum einer eigenen Bildhauerschule; in der Stadtpfarrkirche stehen Arbeiten daraus.
Wasser mitten in der Stadt — UNESCO-Welterbe seit 2019
Augsburg hat als einzige deutsche Stadt einen eigenen gesetzlichen Feiertag — das Friedensfest am 8. August — und seit 2019 den UNESCO-Welterbetitel für sein Wassermanagement. Konkret heißt das: Kanäle mitten durch die Innenstadt, im Lechviertel läuft das Wasser direkt an den Hausmauern entlang. Die Fuggerei von 1521 ist die älteste noch bewohnte Sozialsiedlung der Welt, die Jahresmiete beträgt unverändert 88 Cent.
Die große Runde ab Kloster Wessobrunn, 13 Kilometer
Düster und märchenhaft, perfekt bei Regen. Im April liegt in den Quellhängen ein kompletter Bärlauchteppich. Diese große Runde ab Kloster Wessobrunn dauert gut drei Stunden; der Lehrpfad selbst ist in einer halben zu gehen, und für die kürzere Waldrunde gibt es einen eigenen Eintrag.
Bergbau-Themenweg von unten statt Autoauffahrt
Alte Stollen, Moorflächen, 15 Infotafeln — und oben ein Panorama über 200 Kilometer Alpenkette. Wer hochfährt, verpasst den interessanteren Teil.
Türkisgrüner Lech, Auwald, Wildpark — zu Fuß ab der Altstadt
Türkisgrüner Lech, Auwald und Überflutungsflächen, dazu ein ganzjährig geöffneter Wildpark. Die Touristen sind in der Altstadt, nicht hier.
Moorwannen, Streuwiesen und Ende Juni die Sumpf-Gladiole
Am höchsten Punkt steht die Wallfahrtskapelle Maria Hilf von 1865, an der ein Kreuzweg endet; am Parkplatz erklären Lehrtafeln von WWF und Bund Naturschutz, wie die Moränenlandschaft entstanden ist. Das Schutzgebiet ist gut 90 Hektar groß und seit 1982 ausgewiesen. Ende Juni blüht hier die seltene Sumpf-Gladiole, und das Gebiet ist Lebensraum der Kreuzotter.
Die kurze Runde ab dem Ortskern, 9,3 Kilometer
Der größte zusammenhängende Eibenbestand Deutschlands, dazu die Tassilo-Linde und die Klosteranlage Wessobrunn. An Nebeltagen im November ein eigenartiger, fast mystischer Ort. Wer weiter gehen will, findet die große 13-Kilometer-Runde als eigenen Eintrag.
Über den Wurzberg, durch Epfach und Kinsau
Ab Rott über Reichling auf den Wurzberg (Panorama), steil hinab zur Lechquerung bei Epfach, dann auf der Via Claudia flussaufwärts über Kinsau und Apfeldorf zurück.
Radweg auf einer stillgelegten Bahntrasse
Ein familientauglicher, flacher Radweg auf der Trasse der 1972 stillgelegten Bahnstrecke Kaufbeuren–Schongau, über Altenstadt, Schwabbruck, Ingenried und Sachsenried.
Die Formaufbau-Runde im März
Oben steht das älteste Bergobservatorium der Welt. Die Runde ist früh im Jahr schneefrei und liefert bei Föhn eine Fernsicht bis in die Zentralalpen.
Zur ältesten römischen Dorfsiedlung Bayerns
Der Aufstieg führt durch die Feuersteinschlucht zur mutmaßlich ältesten römischen Dorfsiedlung Bayerns. Auf 1.046 Metern öffnet sich ein Rundumblick. Historisch stark und touristisch erstaunlich unterbelichtet.
Forststraße hinauf, Karrenwege und Singletrails hinunter
Almen und ein Höhenweg über dem Loisachtal, dazu technische Abfahrten. Die Runde hat genug Länge für einen langen Nachmittag.
Sehr steile Auffahrten, technische Abfahrten
Die technisch anspruchsvollste Tagestour der Liste. Drei Almen, lange Rampen, Trails bis S3.
Etappe 2 des Lechradwegs: Augsburg–Landsberg
Der Lechradweg führt in fünf Etappen über rund 244 Kilometer von Marxheim bis nach Steeg in Tirol. Die zweite Etappe endet in Landsberg und steht unter dem Motto „Seen, Auenwälder und Weltkulturerbe“.
Etappe des Fernradwegs, teils barrierefrei
Die Landsberg–Lechbruck-Etappe des Lechradwegs führt durch Schongau; bei Schongau sind laut Pfaffenwinkel-Tourismus zwei barrierefreie Teilrouten mit 14,7 und 23,2 km ausgeschildert.
Lechauen-Wanderung bei Kaufering
Benannt nach dem Kloster Sandau, einem der ersten Klöster Bayerns. Am Weg liegt die Wallfahrtskirche St. Leonhard in Kaufering mit einem großen Deckenfresko aus der Zeit um 1765.
Panorama-Anfahrt, ruppiger Holzrückeweg abwärts
Technisch harmlos, konditionell fordernd — knapp 60 Kilometer mit einem echten Gipfel obendrauf.
Sinterterrassen, Kalkofensteg und unzählige Stufen
Die wildromantische Ammer mit Sinterterrassen, dazu der Kalkofensteg und ein Lehrpfad zum Flusslauf, am Ende der Schnalzgipfel auf 895 Metern. Outdooractive führt die Tour selbst als Geheimtipp. Die vielen Stufen machen daraus einen echten Konditionstest.
Querfeldein durch die Lechauen
Fast keine Höhenmeter auf fast 60 Kilometern — die Runde für Tage, an denen die Beine Kilometer und nicht Steigung wollen. Ganzjährig fahrbar.
Höhenwege mit Wettersteinblick
Technisch anspruchslos, landschaftlich stark: die Fernsichtrunde für klare Herbsttage.
Spektakulär und anspruchsvoll, nur mit Wildwassererfahrung
Die Ammerschlucht ist landschaftlich spektakulär und paddlerisch anspruchsvoll — und der Grund, warum es die Ammerverordnung gibt. Das Landratsamt Weilheim-Schongau weist ausdrücklich darauf hin, dass nach jedem Hochwasser neue Baumhindernisse in Verbindung mit starkem Stromzug entstehen und Rettungsaktionen in der Schlucht extrem schwierig sind.
Spätgotische Warenniederlage und Wehrturm in Schongau
Das Ballenhaus, ein freistehender spätgotischer Satteldachbau mit Treppengiebel, diente früher als Warenniederlage — den Bau erlaubte die Stadt ihren Bürgern 1419. Der Kasselturm mit seinem achteckigen Aufbau ist Teil der Schongauer Stadtmauer.
Stollen, Grubenwagen und eine simulierte Sprengung
Originalgetreu nachgebaute Stollen mit Grubenwagen und Signalstation, eine simulierte Sprengung, dazu Arbeitsgerät, Dokumente und ein Film von 1928. Ein ehrenamtlich getragenes Stadtmuseum ohne Tourismusbetrieb, das die härteste Seite der Regionalgeschichte zeigt.
Publikumslauf mit Verleih und Schleifservice vor Ort
Publikumslauf in einer städtischen Halle, mit Verleih und Schleifservice vor Ort — man muss also nichts mitbringen. Erwachsene zahlen 4 €, Ermäßigte 3 €, Kinder 1,70 € und die Familienkarte 10 €; der Schlittschuhverleih kostet 3,50 €, das Schleifen 6 €. Die Preise liegen deutlich unter denen der Münchner Hallen. Einheimischenbetrieb, an Ferienwochenenden voll.
48-Meter-Kuppel über der Antenne, die 1972 die Olympischen Spiele übertrug
Eine der größten Erdfunkstellen der Welt, mitten im Moor. Ins Innere kommt man nur zu bestimmten Zeiten oder mit einer Führung, entsprechend wenig ist dort los. Die Innenöffnung regelt das Landratsamt Weilheim-Schongau, Termine stehen unter radom-raisting.bayern; Außenführungen sind jederzeit buchbar. Wenn geschlossen ist, lohnt der fünf Kilometer lange Wanderweg ab Bahnhof Raisting: Infotafeln und eine Akustikstrecke aus zwei Parabolspiegeln, die 40 Meter auseinanderstehen und über die man flüstern kann.
Namensgeber der Wessobrunner Stuckateure — und kostet nichts
Von hier stammen die Stuckateursfamilien, die halb Süddeutschland ausgestattet haben — die Wessobrunner Schule. Aus dem Kloster kommt außerdem das Wessobrunner Gebet, eines der ältesten Zeugnisse deutscher Sprache. Die Reisebusse fahren nach Wies und Ettal, hier ist Ruhe.
Fernwanderweg auf einer Lechschleife durch die Altstadt
Der LechErlebnisWeg verbindet Landsberg und Füssen auf 86,7 Kilometern in fünf Etappen — Schongau liegt auf einer Lechschleife mitten auf der Strecke, die mittelalterliche Altstadt selbst ist Teil des Wegs.
Blauer Reiter und eine Führung zur Penzberger Mordnacht
Die weltgrößte Sammlung zu Heinrich Campendonk, dazu die Stadtgeschichte. Für Jugendliche interessanter als der Kunstrundgang ist die interaktive Führung zur Penzberger Mordnacht: ein NS-Endphasenverbrechen, aufgearbeitet am Originalort, 120 Minuten lang. Erwachsene zahlen 8 € Eintritt, 7- bis 16-Jährige 3,50 €, die Familienkarte kostet 16 €. Das Kombiticket mit dem Bergwerksmuseum liegt bei 11, 5 beziehungsweise 22 €.
1630 Meter fast vollständig erhaltene Ringmauer
Eine der am besten erhaltenen Stadtmauern der Region: 1630 Meter fast vollständig aus dem 13. Jahrhundert, ursprünglich 15 Türme (5 erhalten) und 3 Toranlagen (2 erhalten: Frauentor und Maxtor). Ein Teil des Wehrgangs ist begehbar.
Rekonstruierte Pfahlbausiedlung, UNESCO-Welterbe
Eine rekonstruierte jungsteinzeitliche Siedlung — Teil der UNESCO-Welterbestätte „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Freilichtmuseum mit einem Wohnstallhaus in Originalgröße, Steinzeitgarten und Brotbacken im Lehmofen.
Rokoko auf der Wiese, seit 1983 UNESCO-Welterbe — Eintritt frei
Die Wallfahrtskirche zum gegeißelten Heiland, 1745 bis 1754 von Dominikus Zimmermann gebaut, seit 1983 UNESCO-Welterbe. Anders als bei den Königsschlössern gibt es hier weder Ticket noch Zeitfenster — der Eintritt ist frei.