Zwei Welten liegen auf dieser Runde nur wenige Kilometer auseinander: das barocke Wessobrunn mit seinem Kloster – der Sage nach 753 von Herzog Tassilo III. gegründet, urkundlich erst 817 fassbar, berühmt für das hier gefundene Wessobrunner Gebet und für seine Stuckateure – und, tief im Tal der Rott, ein Wald, der aussieht, als hätte ihn seit tausend Jahren niemand angerührt.
Vom Kloster führt der Weg sanft bergab, vorbei an einer Gedenksäule für die 1810 abgebrochene romanische Klosterkirche St. Peter, über mehrere Kilometer beständig absinkend bis zum Zellsee, einem winzigen Weiler mit der kleinen Kapelle St. Martin – den See selbst ließ Abt Ulrich von Höhenkirchen 1414 für die Fischzucht des Klosters aufstauen.
Danach taucht der Weg ins Quellgebiet des Eibenwalds ein: Kalkreiches Quellwasser sickert hier seit der letzten Eiszeit aus einer Nagelfluh-Schicht, genau der Boden, den die Eibe mag. Das eigentliche Naturschutzgebiet ist 87,8 Hektar groß und beherbergt über 2000 zum Teil sehr alte Eiben – der größte zusammenhängende Bestand der Baumart in Deutschland. Entdeckt hat ihn 1907 der Weilheimer Arzt Fritz Kollmann, unter Schutz gestellt wurde er 1913, nachdem sich Königin Marie Therese für den Wald eingesetzt hatte. Die mächtigste Eibe, der Überlieferung nach rund 700 Jahre alt, legte 1997 ein Brandstifter in Asche. Der vom Forstamt Weilheim 1995 angelegte Lehrpfad führt auf gut einem Kilometer an zehn Tafeln vorbei.
Wer die Runde weiterläuft, bekommt danach die steilste Passage des Tages, bevor der letzte Abschnitt mit leichtem Auf und Ab zurück nach Wessobrunn führt.