Wer die Berghalde von unten sieht, hält sie für einen gewöhnlichen Hügel am Ostrand von Penzberg. Erst oben, auf der Aussichtsterrasse, wird klar, dass hier kein Gletscher am Werk war, sondern anderthalb Jahrhunderte Bergbau: Zwischen 1796 und 1966 holte die Penzberger Grube mehr als 25 Millionen Tonnen Kohle aus dem Boden, und der Abraum wanderte in ein Moor am Stadtrand – bis daraus ein rund 70 Meter hoher, gut einen Kilometer langer Hügel wurde.
Am Wanderparkplatz beginnt der Weg mitten im Vereinsleben der Stadt, mit Eisstockbahnen und einem kleinen Café direkt am Einstieg. Die ersten Meter dahinter sind der giftigste Teil der Runde, dann ist der Löwenanteil der Höhenmeter schon geschafft. Es folgt das Baumtelefon, eine von vier Stationen eines Naturerlebnispfads, und die kleine Barbarakapelle: 2003 vom Gesellschaftsverein „Die Jungritter“ errichtet, zur Erinnerung an die Bergleute – Barbara gilt traditionell als deren Schutzpatronin.
Oben liegt die wohl schönste Aussichtsterrasse der Stadt: das weite Loisach-Kochelseemoos zu Füßen, dahinter an klaren Tagen die Alpenkette. Der Rückweg fällt, wo der Hinweg gestiegen ist, kurz vor dem Ziel noch einmal spürbar steil ab. Im Erholungszentrum steht das Seilbahndenkmal: Mast, Tragseil und Loren erinnern seit 2006 an die beiden Bergseilbahnen, die den Abraumtransport erst möglich machten – die erste 1910 gebaut, 1954 wieder abgebaut, danach fuhren Muldenkipper bis zur Grubenschließung 1966.