Die Runde durch die Pössinger Au ist eigentlich zwei Touren in einer: auf der einen Seite eine Schlucht, aus der Landsberg einen Teil seines Trinkwassers holt, auf der anderen ein Park, den ein kurfürstlicher Beamter vor über 200 Jahren für die Stadt anlegen ließ.
Der Zugang ist kurz: Vom Landsberger Hauptplatz aus ist man laut Tourismusverband in 15 Minuten zu Fuß am Wildpark. Dort gibt es neben dem Wildschweingehege eine Damwildfütterung, ein Kneippbecken mit Barfußweg und einen Wasserspielplatz — bis zur Teufelsküche weiter am Lech entlang rechnet dieselbe Quelle rund 45 Minuten.
Vom Parkplatz beim Hof Pössing geht es kurz bergauf, dann steil hinunter in die Teufelsküche: eine Kalksteinschlucht mit moosbewachsenen Tuffterrassen, in der ein Bach über gestufte Felsen zur Ruhe kommt. Hier fasst die Stadt ihre Quellen für die Trinkwasserversorgung von Landsberg-Ost. Weiter geht es am Lech entlang durch Auwald, vorbei an der Lechstaustufe 15, einem der sechs zwischen 1940 und 1943 gebauten Kraftwerke am Fluss.
Kurz danach öffnet sich der Englische Garten, den der kurfürstliche Kastner Franz von Oberndorf 1789 als Naherholung für die Landsberger anlegen ließ. Mitten im Garten steht seit 1824 der Verfassungsstein, den der Landsberger Steinmetz Joseph Bogner zum 25-jährigen Regierungsjubiläum von König Max I. Joseph fertigte, zur Erinnerung an die bayerische Verfassung von 1818.
Erst kurz vor der halben Strecke wird es noch einmal steil, hinauf zur Altstadtterrasse und zum Klösterl, benannt nach einer mittelalterlichen Beginengemeinschaft. Gleich daneben steht der Nonnenturm, letzter Rest der alten Stadtmauer, und der Jungfernsprung: Der Legende nach stürzten sich hier 1633 Frauen aus Furcht vor schwedischen Truppen in den Lech – dass damals Frauen aus Verzweiflung starben, ist belegt, dass es von diesem Turm aus geschah, historisch aber nicht haltbar.
Der Rückweg führt sanft bergab, vorbei am Wildschweingehege mit freilaufendem Damwild, zurück zum Hof Pössing. Vom Treppenweg bei der Teufelsküche führt ein Abstecher hinauf zum „Teufelsloch“, einem Aussichtspunkt über dem türkis schimmernden Lechstausee.