Wer vom Auerbergmuseum in Bernbeuren loszieht, taucht erst einmal ab: in die Feuersteinschlucht, wo ein Bach über Stufen und Stege rauscht und die Luft nach nassem Moos riecht. Erst ganz oben, nach dem Anstieg durch kühlen Wald, wird aus der engen Schlucht ein sonniges Plateau – und aus dem Spaziergang eine Zeitreise zu den Römern, die hier vor zweitausend Jahren siedelten.
Gleich am Schluchteingang liegt links ein Gehege, in dem Rot- und Damwild sowie Mufflons seit den siebziger Jahren wohnen. Der Bach begleitet noch ein Stück, dann übernimmt der Jägersteig und zieht am Honeleshof vorbei steil den Hang hinauf – auf den letzten paar hundert Metern vor der Kuppe wird es noch einmal ordentlich steil, ehe der Weg sich für den Rest der Runde flachlegt.
Oben ist von der Ortschaft unten kaum mehr zu sehen als Wiese und Wald – und doch soll genau hier jene Siedlung gelegen haben, die der griechische Geograph Strabon „gleichsam eine Akropolis“ nannte: Damasia, mutmaßlich die älteste dörfliche Römersiedlung Bayerns, ausgegraben seit den sechziger Jahren, mit Bad, Werkstätten und Ringwall – und nach kaum drei Jahrzehnten schon wieder aufgegeben. Ein Themenweg mit dem Kaufmann Crispus erzählt unterwegs davon, an sieben Stationen.
Den Schlusspunkt setzt die Kirche St. Georg mit ihrem schmalen Turmaufgang und dem Rundblick vom Wettersteingebirge bis zum Bregenzer Wald, Einkehr gibt es gleich nebenan im Panorama-Gasthof. Zurück geht es denselben Weg. Wer noch Zeit hat, schaut vorher im Museum am Fuß des Bergs vorbei: geöffnet nur an Wochenenden und Feiertagen nachmittags.