Nymphenburg
Schloss, Schlosspark mit den Parkburgen und der nördlich anschließende Botanische Garten liegen unmittelbar beieinander. Ein Nachmittag, bei dem zwischen den Zielen keine Fahrt mehr nötig ist.

Die einzige Region ohne Berge — und die einzige, die vollständig mit der Bahn erschlossen ist.
München auf der Schotterebene, die Alpenkette am Horizont. Foto: Guido Radig, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
21 Ziele · Anfahrt 40 bis 58 min · 21 ohne Auto erreichbar
Der Grund für die Ebenheit liegt im Untergrund. München steht auf der Münchner Schotterebene, einem eiszeitlichen Sander von rund 1.500 Quadratkilometern, aufgeschüttet über die Kaltzeiten Mindel, Riß und Würm; die Fläche fällt von etwa 700 Metern nach Nordosten auf rund 400 ab, die Schotterdecke ist im Münchner Süden bis etwa 100 Meter mächtig, unter der Altstadt nur noch rund 15. Zwischen dem höchsten Punkt der Stadt in Solln (580,5 Meter) und dem tiefsten bei Feldmoching liegen etwa hundert Höhenmeter.
Die einzige echte Geländekante ist die Isar. Sie durchquert die Stadt auf 13,7 Kilometern von Südwest nach Nordost und hat sich im Süden tief in den Schotter eingeschnitten. Genau dort spielt sich der Landschaftsteil ab: Der Isar-Plan lief von 1995 bis 2011, seit Mai 2000 ist ein acht Kilometer langer Abschnitt im südlichen Stadtgebiet renaturiert — das sind die Kiesbänke zwischen Flaucher und Großhesseloher Brücke.
Ansonsten ist München die Schlechtwetter- und Stadtviertel-Region: Museen, Sammlungen, Viertel zum Durchlaufen. Die Alpen sieht man von hier aus nur; bei Föhn, an rund zehn Tagen im Jahr, dafür deutlich. Und weil die S6 ohne Umstieg auf die Stammstrecke fährt, ist die Stadt für Tutzinger näher als die meisten Bergziele.
Jeder Punkt steht für einen oder mehrere Startorte; die Zahl in der Marke sagt, wie viele Ziele dort zusammenkommen. Überfahren oder antippen zeigt, welche es sind, und beim Hineinzoomen teilen sich die Marken wieder auf. Wer lieber liest: Unter der Karte stehen ohnehin alle Ziele.
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Ein Messpunkt für eine ganze Landschaft: die Mitte der eingezeichneten Startpunkte. Zwischen Talboden und Grat liegen leicht mehrere Grad — für eine Bergtour bleibt der Bergwetterbericht maßgeblich.
In einer Stadt gibt es keine Wandertipps der Gemeinde. Das Stadtportal beschreibt die Viertel dafür mit Parks, Isarufer und Sehenswürdigkeiten — das, was hier den Nachmittag trägt.
Schloss, Schlosspark mit den Parkburgen und der nördlich anschließende Botanische Garten liegen unmittelbar beieinander. Ein Nachmittag, bei dem zwischen den Zielen keine Fahrt mehr nötig ist.
Hier liegt der renaturierte Isarabschnitt mit den Kiesbänken am Flaucher, dazu Floßlände, Naturbad Maria Einsiedel und das Kletter- und Boulderzentrum. Von der U-Bahn sind es wenige Minuten zum Wasser.
Wiener Platz und Franzosenviertel liegen am östlichen Isarhochufer, von dem die Maximiliansanlagen als grünes Band bis nach Bogenhausen führen. Ein Viertel zum Durchlaufen, mit Isarufer in Gehweite.
Nach Aufwand geordnet — von der Feierabendrunde bis zur Tagestour. Die Filter darunter grenzen ein, was gerade passt.
Efeuüberwucherte Grüfte, danach der größte legale Graffiti-Damm der Stadt
1563 als Pestfriedhof weit vor den Stadttoren angelegt, seit 1944 ohne Bestattungen — seither wächst der Platz zu und ist heute eher ein wilder Park mit Grabsteinen. Hier liegen Leo von Klenze, Carl Spitzweg und Joseph von Fraunhofer; das Arkadenfeld an der Nordmauer ist ein Verzeichnis der Münchner Bürgerschaft des 19. Jahrhunderts. Gleich dahinter, an der Tumblingerstraße, liegt Münchens größtes legales Graffiti-Areal — ein Bahndamm, der ständig übermalt wird.
Der Markt ohne Touristenaufschlag
Der Elisabethmarkt besteht seit 1903 und ist nach dem Umbau von 2024 mit 23 Ständen deutlich kleiner und unaufgeregter als der Viktualienmarkt — Türkisches, Levantinisches, Blumen und Gemüse nebeneinander, ohne Touristenaufschlag. Der Alte Nordfriedhof daneben ist seit 1944 geschlossen und offiziell Grünanlage; dass Leute dort zwischen den Gräbern auf Decken liegen, sorgt in München regelmäßig für Diskussionen. Und quer durch Schwabing laufen die letzten offenen Stadtbäche.
Plattenläden, Buchhandlungen und ein echter Rundplatz
Der Gärtnerplatz ist einer der wenigen echten Rundplätze Münchens — sechs Straßen laufen sternförmig darauf zu, in der Mitte eine Rasenscheibe, auf der bei Sonne die halbe Nachbarschaft sitzt. Der Name des Viertels stammt vom Glockenbach, einem der historischen Stadtbäche, der heute unterirdisch verläuft. Nirgends in München gibt es mehr inhabergeführte Läden: unabhängige Buchhandlungen, Plattenläden und Second-Hand in der Hans-Sachs-Straße und der Baaderstraße.
Herbergshäuser neben Gründerzeit, sternförmige Plätze
Haidhausen war bis ins 19. Jahrhundert das Viertel der Herbergen — kleiner Häuser, in denen sich mehrere Familien je einen Raum teilten. Einige stehen noch in der Preysingstraße, direkt neben Gründerzeitfassaden. Das Franzosenviertel darüber hat Straßennamen nach französischen Schlachtorten und einen Grundriss mit sternförmigen Plätzen, was es in München sonst nirgends gibt. Am Wiener Platz steht seit 1889 einer der vier ständigen Märkte der Stadt.
Zwei Anna-Kirchen nebeneinander, Surfer am Haus der Kunst
Das Lehel ist das älteste Vorstadtviertel Münchens und an den Rändern repräsentativ — der St.-Anna-Platz ist das Gegenteil: ein ruhiger Platz mit Bäumen, an dem zwei Anna-Kirchen direkt nebeneinander stehen, die Klosterkirche von 1733 als erster Rokokobau Bayerns und die deutlich größere Pfarrkirche von 1892. An warmen Tagen sitzt man dort wie auf einer italienischen Piazza. Über die Praterinsel kommt man zu Fuß hin, am Haus der Kunst liegt die Eisbachwelle.
Aus Kriegsschutt aufgeschüttet — der beste Sonnenuntergang im Norden
Der Olympiaberg ist aus Kriegsschutt aufgeschüttet und mit sechzig Metern über Parkniveau der beste frei zugängliche Sonnenuntergangspunkt im Norden der Stadt — bei Föhn sieht man von oben die Alpenkette hinter der Skyline. Freis Zeltdach ist eine der wenigen Architekturen der siebziger Jahre, die man aus der Nähe anschauen sollte: das Seilnetz wirkt von unten überraschend filigran.
In den Kopf einer Kolossalstatue steigen
Die Bavaria ist die erste Kolossalstatue der Neuzeit aus Bronze und die einzige begehbare Großbronze Deutschlands — über eine enge Wendeltreppe kommt man in den Kopf, wo vier Sichtluken in der Haarkrone auf die Theresienwiese hinausgehen. Das Westend darunter ist das ehrlichste Innenstadtviertel Münchens: Bäckereien, Werkstätten und Kneipen zwischen Gründerzeitblocks. An der Ganghoferstraße steht Olafur Eliassons begehbare Doppelwendeltreppe „Umschreibung“, die nirgendwohin führt.
Renaturierte Kiesbänke, ein Steg dreißig Meter über dem Fluss
Zwischen Brudermühlbrücke und Stadtgrenze ist die Isar renaturiert — breite Kiesbänke, Nebenarme und Totholz, das nach jedem Hochwasser anders liegt. Das ist der Abschnitt, an dem Grillen erlaubt ist, und im Sommer sitzt an Wochenenden die halbe Stadt da. Am oberen Ende steht die Großhesseloher Brücke von 1857 mit einem Fußgängersteg dreißig Meter über dem Fluss, von dem man die ganze Aue hinunterschaut.
Bergsport-Museum auf einer Isarinsel
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Bergsports, dazu die große DAV-Bibliothek mit frei zugänglichem Lesesaal. Das Haus liegt versteckt und steht in kaum einem Reiseführer — inhaltlich ist es die Klammer zu allem anderen auf dieser Website. 2026 stehen die Vorpremiere des Bergfilm-Festivals Tegernsee am 24.09. und die Schreibwerkstatt „Über Berge schreiben“ am 26.09. an. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, auch an Feiertagen; geschlossen bleibt das Haus am 24., 25. und 31. Dezember, am 1. Januar und am Faschingsdienstag.
Originalkulissen, 4D-Kino und Bullyversum
Führung durch Originalkulissen, dazu 4D-Kino und Bullyversum. Für 14- und 18-Jährige das Ziel mit dem geringsten Museumsgefühl.
Bierkultur in einem der ältesten Bürgerhäuser der Altstadt
Ein kleines Haus zur Geschichte des Biers und der Wiesn — der kulturgeschichtliche statt des touristischen Zugangs zum Thema.
In der ehemaligen Augustinerkirche mitten in der Fußgängerzone
Eines der weltweit bedeutendsten Jagdmuseen, dazu Glas- und Porzellansammlungen mit Jagd- und Tiermotiven. Trotz der Toplage bleibt es unbeachtet, weil alle daran vorbeigehen.
Deutsches Museum in der Fliegerwerft von 1912
8.000 Quadratmeter vom frühen Gleitflugapparat bis zum Eurofighter, untergebracht in der königlich-bayerischen Fliegerwerft von 1912. Die Transall im Freigelände lässt sich bei Führungen von innen besichtigen. Wer Technik mag, hat hier meist viel Platz — die Museumsinsel zieht die Massen.
Bei Dauerregen im Warmen durch die Tropen
Über 4.500 Quadratmeter Gewächshausfläche führen vom feuchttropischen Regenwald über kühltropische Bergwälder bis in heiße Kakteenlandschaften. Der einzige Ort im Umkreis, an dem man bei Dauerregen im Warmen durch die Tropen läuft — und weil dann der Freilandgarten leer ist, hat man sie fast für sich.
Weltgrößte Bibliothek für Kinder- und Jugendliteratur
Ein spätgotisches Jagdschloss mit Wassergraben, darin Museumsräume, Ausstellungen und Lesesäle. Kaum jemand weiß, dass das Schloss überhaupt öffentlich zugänglich ist.
Eine der größten Kletteranlagen der Welt, ab 7 Uhr geöffnet
Riesige Halle für Regentage, Außenbereich für den Rest. Die Öffnung ab sieben Uhr morgens ist ungewöhnlich — wer früh fährt, klettert vor dem Andrang. Am Regenabend zwischen 18 und 21 Uhr ist es dagegen sehr voll.
Ludwigs vergoldete Prunkschlitten — das Schloss kann man auslassen
Nicht das Schloss ist der Grund hinzufahren, sondern der Marstall: Ludwigs II. vergoldete Prunkschlitten und Galawagen in einer einzigen langen Halle, darüber das Museum für Nymphenburger Porzellan. Das Schloss ist Reiseführer-Klassiker, den Marstall lässt die Mehrheit aus — obwohl er im selben Gebäudekomplex liegt. Geöffnet ist täglich, im Sommerhalbjahr von 9 bis 18 Uhr, im Winterhalbjahr von 10 bis 16 Uhr. Der Marstall zusammen mit dem Porzellanmuseum kostet 8 € — das Einzelticket also weniger als die Hälfte der Gesamtkarte.
2.000 antike Skulpturen, Eintritt frei
Rund 2.000 originalgroße Gipsabgüsse antiker Skulpturen in einer eigenwillig inszenierten Halle — die viertgrößte Sammlung dieser Art in Deutschland. Liegt zwischen den Pinakotheken und wird von fast allen übergangen.
Das absurde Anti-Museum im Torturm
Karl Valentin und Liesl Karlstadt im Turm des Isartors, inklusive Turmstüberl. Kult bei Münchnern, sonst kaum bekannt.
Drei Messehallen von 1908, gefüllt mit allem, was rollt
Dampflokomotiven, Trambahnen, Rennwagen und Fahrräder in drei denkmalgeschützten Messehallen. Die Architektur ist Teil der Ausstellung: Stahlbinder über Fahrzeugen statt Museumsbeleuchtung über Vitrinen. Das unbekannteste der drei Häuser des Deutschen Museums.
Abendführungen bei jedem Wetter — auch bei Wolken
Der Clou für einen bedeckten Abend: Die Führungen finden bei jedem Wetter statt. Ist es bewölkt, wird statt der Kuppel der Vortragsraum bespielt — das Ziel fällt also nie aus. Ein Verein mit begrenzten Platzzahlen, Anmeldung empfohlen. Die Abendführungen beginnen montags bis donnerstags um 21 Uhr und freitags um 20 Uhr; dazu kommen Vormittagsführungen sowie ein Kinderprogramm montags und mittwochs um 17 Uhr.