Vom Bahnhof Tutzing führt der Weg zunächst steil die Randmoräne hinauf, die der Würmgletscher hier zurückließ – mit fast 8 Prozent Steigung der giftigste Meter der ganzen Runde. Wer ihn hinter sich hat, hat den Tag im Grunde gewonnen: Durch eine Allee geht es zum Parkplatz und weiter auf den Höhenkamm der Ilkahöhe, mit dem Starnberger See tief unter sich und der Alpenkette dahinter.
Ihren Namen trägt die 726 Meter hohe Kuppe seit dem 19. Jahrhundert: Graf Carl von Vieregg, dem Schloss Tutzing gehörte, benannte sie nach seiner Tochter Ilka, die sich 1870/71 um verwundete Soldaten kümmerte. Davor hieß der Hügel Parzenbichl. Irgendwo im lichten Wäldchen auf dem Kamm stand bis in die 1970er Jahre ein achteckiger Ehrentempel mit Bronzebüste – errichtet für den Verleger Eduard von Hallberger, der 1869 Schloss Tutzing gekauft hatte. Der Tempel brannte ab, vermutlich durch Unfug von Jugendlichen; heute erinnert nur noch eine Gedenktafel daran.
Der Weg fällt zum Weiler Ilkahöhe ab, praktisch identisch mit Oberzeismering – keine 40 Menschen leben hier. Mitten drin liegt das Forsthaus Ilkahöhe: früher nur Försterwohnung mit Ausschank, seit rund 1950 Gastwirtschaft, seit 2015 mit Terrasse und Biergarten, dienstags und mittwochs geschlossen. Gleich daneben blitzt der Zwiebelturm der kleinen St.-Nikolaus-Kapelle durch die Bäume, urkundlich seit rund 1400 bezeugt. Der Rückweg über die Allee und einen letzten steilen Waldpfad bringt uns zurück zum Bahnhof. Wer die ganze Runde nicht gehen mag: Am Parkplatz oben ist auch einfach Schluss – dann sind es ab Tutzing nur 2,5 Kilometer bis zur Aussicht.