Wer zur Ilkahöhe will, fährt meist direkt zum Forsthaus hoch und wieder runter. Diese Runde nimmt den Umweg: erst durch eine Schlucht, dann über eine ganze Landschaft aus stillen Weihern, ehe der bekannte Blick über den Starnberger See überhaupt kommt.
Gleich hinter dem Bahnhof wird es für ein paar hundert Meter steil, fast 7 Prozent – danach zieht sich der Rest des Anstiegs nur noch gemächlich bis zur Höhe. Der Weg folgt dabei der Waldschmidtschlucht, benannt nach dem Bayerwald-Schriftsteller Maximilian Schmidt, der von 1864 bis 1872 im nahen Midgardhaus wohnte. Über klapprige Holzstege, die den Bach immer wieder queren, kannte auch Thomas Mann diesen Weg – Spaziergänge hier hielt er in seinem Tagebuch fest.
Oben wird es für lange Zeit flach: fast sechs Kilometer kaum ein Höhenmeter, vorbei an einer Kette stiller Teiche, die es ohne die Münchner Opernsänger Heinrich und Therese Vogl nicht gäbe. Sie kauften das Gut 1875, betrieben Viehzucht und Bayerns erste Kartoffelbrennerei und ließen die Weiher für die Fischzucht aufschütten. Der Deixlfurter See selbst liegt still zwischen Schilf und Mischwald, ein Landschaftsschutzgebiet mit Haubentauchern und Blässhühnern.
Erst danach, auf dem höchsten Punkt der Runde, öffnet sich der Blick über den Starnberger See bis zu den Alpen – die Ilkahöhe, für die die meisten überhaupt erst herkommen. Der Abstieg führt am Forsthaus mit seiner Kapelle vorbei, dann noch einmal steil hinunter zum Bahnhof.