Die Höhlmühle liegt versteckt im Wald südlich von Habach, und wer hier losgeht, ahnt zunächst nichts vom Panorama, das eine gute halbe Stunde später wartet. Gleich hinter dem Parkplatz geht es in den Forst hinein, auf den ersten Metern mit über elf Prozent so steil wie sonst nirgends auf der Runde – danach beruhigt sich das Gefälle.
Nach rund zwei Kilometern lichtet sich der Wald, und man steht auf dem sonnigen Rücken der Aidlinger Höhe, knapp 780 Meter hoch. Der Blick reicht über Riegsee und Froschhauser See bis zum Staffelsee und den Ammergauer Alpen, auf der anderen Seite übers Loisachtal zum Estergebirge und zur Zugspitze, dazu die Doppelgipfel von Herzogstand und Heimgarten.
Dass die Landschaft hier unten als „Blaues Land“ bekannt ist, hat mit genau diesem Licht zu tun: Im Herbst legt sich über Murnauer Moos und Loisachtal oft ein bläulicher Schimmer, der schon Franz Marc und Wassily Kandinsky auffiel, als sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen Sindelsdorf und Murnau lebten und sich hier den Namen für ihre Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ ausdachten.
Vom Grat geht es hinunter nach Aidling, dessen Pfarrkirche St. Georg 1749 geweiht wurde; der Ort selbst ist weit älter, schon 748 als „Otilinga“ urkundlich genannt. Direkt an der Kirche liegt der Gasthof Post, der einzige verlässliche Einkehrpunkt der Runde – nur bei schönem Wetter, freitags bis sonntags. Der Rückweg über die Nordseite bringt mit einem zweiten, kleineren Gegenanstieg zurück zur Höhlmühle.