Schliersee
Vom Ort aus beginnen der Seerundweg mit Baumerlebnispfad, der Prinzenweg hinüber nach Tegernsee und die Auffahrt zur Schliersbergalm. Zum Markt gehören auch Neuhaus und der Spitzingsattel, von dem der Anstieg zur Brecherspitz startet.

Zwei Seen, ein Gebirge — und die einzige Bergregion, in der auch der verregnete Nachmittag ein Programm hat.
Blick vom Gipfel des Wallbergs nach Norden über den Tegernsee. Foto: GruenR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
23 Ziele · Anfahrt 45 bis 91 min · 11 ohne Auto erreichbar
Der Tegernsee misst 8,9 Quadratkilometer, ist bis zu 72,6 Meter tief, liegt auf 726 Metern und entwässert allein über die Mangfall; seine langgestreckte Form geht auf den Inn-Gletscher der letzten Eiszeit zurück. Der Schliersee, zehn Kilometer östlich, ist mit 2,22 Quadratkilometern und 40,5 Metern Tiefe deutlich kleiner, liegt fünfzig Meter höher und hat mit der Insel Wörth etwas, das dem Tegernsee fehlt. Über beiden steht das Mangfallgebirge, der östlichste Teil der Bayerischen Voralpen, gegliedert in Tegernseer Berge, Schlierseer Berge und Wendelsteingruppe; höchster Gipfel auf bayerischem Boden ist die Rotwand mit 1.885 Metern.
Was diese Region von Isartal und Karwendel unterscheidet, ist der Anteil an Gebautem: Museen, Kurpromenaden, ein Bauerntheater, ein Saunaschiff. Das ist kein Zufall — das Tegernseer Tal ist seit dem 19. Jahrhundert Kurlandschaft, und der Wallberg lässt sich mit der Seilbahn ebenso erreichen wie zu Fuß. Wer hier hinfährt, bekommt beides: Gipfel im Mangfallgebirge und einen Ort, in dem sich der Nachmittag verbringen lässt, wenn das Wetter kippt. Wer Einsamkeit sucht, muss sie sich gezielt aussuchen; die Hausberge dieser Gegend sind unter Münchnern seit langem bekannt, die Rotwand gilt als einer der beliebtesten von allen.
Der Preis ist die Anreise, und der Grund liegt in der Netzgeografie. Die Bayerische Oberlandbahn fährt ab München Hauptbahnhof nach Holzkirchen und teilt sich dort in drei Äste — nach Schliersee und Bayrischzell, nach Bad Tölz und Lenggries, nach Tegernsee. Von Tutzing aus heißt das: erst nach München hinein, dann wieder hinaus. Und die ergiebigsten Ausgangspunkte — Spitzingsattel, Kreuth, Wildbad Kreuth — liegen ohnehin abseits der Schiene.
Jeder Punkt steht für einen oder mehrere Startorte; die Zahl in der Marke sagt, wie viele Ziele dort zusammenkommen. Überfahren oder antippen zeigt, welche es sind, und beim Hineinzoomen teilen sich die Marken wieder auf. Wer lieber liest: Unter der Karte stehen ohnehin alle Ziele.
2 Ziele sind nicht auf der Karte: Für sie ist in OpenStreetMap kein Startpunkt verzeichnet. In der Liste darunter stehen sie.
–, Wind –
Wetterdaten von Open-Meteo, im Browser geladen · · was dabei übertragen wird
Ein Messpunkt für eine ganze Landschaft: die Mitte der eingezeichneten Startpunkte. Zwischen Talboden und Grat liegen leicht mehrere Grad — für eine Bergtour bleibt der Bergwetterbericht maßgeblich.
Die Gemeinden und Tourismusverbände stellen eigene Wandertipps und Tourenvorschläge zusammen — mehr, als hier je stehen könnte.
Vom Ort aus beginnen der Seerundweg mit Baumerlebnispfad, der Prinzenweg hinüber nach Tegernsee und die Auffahrt zur Schliersbergalm. Zum Markt gehören auch Neuhaus und der Spitzingsattel, von dem der Anstieg zur Brecherspitz startet.
Kreuth ist seit 2021 als Bergsteigerdorf ausgezeichnet und liegt am Fuß von Leonhardstein, Risserkogel und Schildenstein. Auch der Erlebniswasserweg Weißachau und der Zustieg durch die Wolfsschlucht ab Wildbad Kreuth beginnen hier.
Der Ort am Südufer des Tegernsees hat die Talstation der Wallbergbahn und den Ausstieg der sechs Kilometer langen Naturrodelbahn vom Wallberg. Eine ortseigene Wanderseite gibt es nicht — der Tourenkatalog gilt fürs ganze Tal.
Nach Aufwand geordnet — von der Feierabendrunde bis zur Tagestour. Die Filter darunter grenzen ein, was gerade passt.
Über 20 Erlebnisstationen an der Wildflusslandschaft
Landschaftsschutzgebiet seit 1953, über 20 Erlebnisstationen am Wasser, durchgehend eben und barrierefrei. Kreuth statt Tegernsee-Promenade — das macht den Unterschied. Der Rundweg führt über die Wallbergbrücke; wer sich für die Stationen Zeit nimmt und einkehrt, ist statt zwei Stunden etwa drei unterwegs.
Tegernsee-Aussicht in der zweiten Reihe
Der Fockenstein bleibt gegenüber Wallberg und Hirschberg klar zweite Reihe, obwohl die Aussicht über den Tegernsee mithält. Konditionell ist die Runde fordernd.
Bekannteste Hausberg-Tour der Region, mit Seilsicherung
Eine schwere Bergwanderung vom Spitzingsattel über einen teils seilversicherten Steig auf den Gipfel und zurück — laut Sage war die Brecherspitz ein Hexentanzplatz.
Langenau und Schinder über breite Forstwege
Die große Alternative zu den kurzen Tegernseer Hausberg-Runden: Almen am laufenden Band, technisch gutmütig, konditionell fordernd.
Berg- und Talwege im Tegernseer Umland
Eine ausgewiesene Marathonrunde aus dem Tourenangebot der Region. Sie bringt mehr Distanz als Höhenmeter und passt damit gut in die Übergangszeit.
Markanter Felszahn — die kürzeste Bergtour der Liste
Nur dreieinhalb Stunden und trotzdem ein richtiger Berg: Nach dem Forstweg führen die letzten 250 Höhenmeter über die schrofige Nordflanke, steil und stellenweise rutschig. Geklettert wird nicht, aber die Hände braucht man sehr oft. Vom Gipfel Tiefblick auf Buchstein, Hirschberg und bis ins Karwendel. Die beste Option, wenn nur ein halber Tag zur Verfügung steht.
Überraschend einsam — ein Insidertipp des Alpenvereins
Der Deutsche Alpenverein führt die Runde als Insidertipp und nennt sie überraschend einsam. Sie verläuft fast durchgehend im Wald und eignet sich damit für Hitzetage ebenso wie für Regenwetter. Am Wasenkogel oberhalb der Holzeralm öffnet sich der Blick auf Hirschberg, Roß- und Buchstein.
Historischer Höhenweg zwischen den beiden Seen, auch als MTB-Runde
Ein rund 14,6 Kilometer langer Wanderweg von Schliersee nach Tegernsee über die Gindelalmschneid und die Neureuth, benannt nach Karl von Bayern. Teil des Europäischen Fernwanderwegs E4.
Die ruhige Seite eines vielbegangenen Gipfels
Der Anstieg von Kreuth-Riedlern über das Grubereck ist die stille Variante — erst ab dem Grubereck trifft man auf den Strom, der vom Wallberg herüberkommt. Bis dorthin unschwierig, danach ein mittelschwerer Verbindungsgrat mit schrofigen Steilstufen und einer drahtseilgesicherten Stelle.
Der spannendste Anstieg des Mangfallgebirges
Reine Genusswanderer scheuen die Wolfsschlucht, wie eine Tourenbeschreibung es formuliert, wie der Teufel das Weihwasser. Genau deshalb bleibt der spannendste Anstieg des Mangfallgebirges vergleichsweise ruhig. Der Abstieg über Schanzl, Graseck und Geißalm ist dann leicht.
Einmal um den ganzen See, mit Baumerlebnispfad
Ein Rundweg einmal um den gesamten Schliersee, 7,3 Kilometer, mit einem Baumerlebnispfad unterwegs.
Die längste Tour der Liste
Knapp 70 Kilometer mit Almen unterwegs und Badestellen am Tegernsee zum Schluss. Die große Alternative zu den kurzen Tegernseer Hausbergrunden.
5 Kilometer Seeufer, Duft- und Tastgarten, Jod-Schwefelquelle
Eine rund 5 Kilometer lange Seepromenade mit begehbarem Aquarium (Aquadome), dem barrierefreien Louis-Braille-Duft- und Tastgarten (über 70 Pflanzenarten) und einem Musikpavillon mit Sommerkonzerten.
Museumsdorf in Schliersee-Neuhaus
Das Markus Wasmeier Bauernhof- und Wintersportmuseum in Schliersee-Neuhaus — benannt nach dem Olympiasieger Markus Wasmeier.
6,5 Kilometer, 825 Höhenmeter, rund dreißig Minuten Abfahrt
Die sportlichste Winterrodelbahn der Liste: 6,5 Kilometer lang, 825 Höhenmeter Gefälle, rund dreißig Minuten Abfahrt — laut Betreiber eine der längsten und sportlichsten Naturrodelbahnen Deutschlands. Er bezeichnet sie selbst als anspruchsvoll und nicht für kleine Kinder geeignet. Aufgestiegen wird bequem mit der Bahn. Schlitten gibt es täglich an der Talstation, für 7 Euro am Tag zuzüglich Pfand und mit Rückgabe bis 17 Uhr.
Der Karikaturist des „Simplicissimus“
Ein Zweigmuseum der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Politische Satire und Zeichenkunst funktionieren für Jugendliche besser als klassische Malerei. 2026 feiert das Haus sein 60-jähriges Bestehen.
Pfarrkirche, historisches Rathaus und der Weinberg
Die Pfarrkirche St. Sixtus (1712–15, mit Werken von Jan Polak und Erasmus Grasser), das Rathaus von 1477 — laut Gemeinde „eine der schönsten Gemeindeverwaltungen des gesamten Alpenvorlandes“ — und die St.-Georg-Kapelle am Weinberg mit Panoramablick.
Kurpark, Egerner Bucht und die Kirche St. Laurentius
Ein Kurpark direkt am Seeufer mit Bronzestatuen, die Pfarrkirche St. Laurentius (erstmals 1111 erwähnt, weithin sichtbarer spitzer Turmhelm) und das Museum im Gsotthaber Hof mit historischen Kutschen.
Berggasthof über dem Schliersee, mit Sommerrodelbahn
Berggasthof über dem Schliersee, mit der Seilbahn oder in rund 45 Minuten zu Fuß erreichbar. Zurück ins Tal geht es wahlweise auf einer 950 Meter langen Sommerrodelbahn.
Das erste bayerische Bauerntheater
1892 von Konrad Dreher und Xaver Terofal gegründet — laut Wikipedia das erste bayerische Bauerntheater. Das Ensemble kam aus Handwerk und Landwirtschaft, arbeitete aber in Vollzeit für die Bühne.
Saunaschiff „Irmingard“ von 1925, danach in den kalten See
Das ist die gesuchte Seesauna: eine reine Saunaanlage ohne Schwimmbadbetrieb, seit 2008, mit direktem Seezugang. Innen Salzsauna, Zirbensauna und eine Schilfsauna mit Blick auf den See; das Wahrzeichen ist das siebzehn Meter lange Saunaschiff „Irmingard“ von 1925. Aufguss und danach in den kalten See — das klassische Winterziel. Sonntags ist bis 21 Uhr geöffnet. Zwei Stunden kosten 28 Euro, drei Stunden 33 Euro, die Tageskarte 50 Euro; dazu kommen jeweils 5 Euro für das Reservierungsticket.
Kloster, Schloss und Seeuferpromenade
Das ehemalige Benediktinerkloster (8. Jahrhundert) ist heute Schloss der Wittelsbacher, mit Klosterkirche St. Quirin, Schlossgarten und dem Herzoglich Bayerischen Brauhaus. Dazu Seeuferpromenade und der „Literatenhügel“ mit Villen bekannter Schriftsteller.
Alpenlehrpfad, Wallberg-Kircherl und Weiterwege ab der Bergstation
Die Wallbergbahn bringt auf 1722 Meter — von der Bergstation aus geht es zum Wallberg-Kircherl, zum Gipfel oder auf einem Alpenlehrpfad mit Gamsbeobachtungsstation.