Der Wanderparkplatz in Pessenbach, einem Weiler direkt an der Orterer Straße bei Kochel am See, ist zugleich Start und Ziel dieser Rundtour. Es geht sofort steil bergauf, über einen mit grobem Kies bedeckten Weg, der streckenweise wie eine kleine Geröllhalde wirkt — die erste knappe Stunde ist die anstrengendste des ganzen Tages.
Nach dem steilsten Stück öffnet sich der Wald zur Orterer Alm (1.098 m), einer Brotzeitalm, die nur bei gutem Wetter von Mitte Juni bis Mitte Oktober, freitags bis sonntags und an Feiertagen, geöffnet ist. Wer nicht extra dafür pausieren will, geht gleich weiter: Der Weg führt aus dem Wald hinaus, ein erster Blick reicht durch die Bäume hinunter zum Kochelsee, bevor der Pfad auf einem schmalen Grat die Pessenbacher Schneid erreicht (1.270 m).
Die Schneid überrascht: Wer die ganze Zeit Richtung Alpenvorland geschaut hat, blickt von hier plötzlich in die andere Richtung — auf die Gipfel des Isarwinkels. Von der Schneid sind es noch rund 50 Minuten zum Rabenkopf, vorbei an der Bergwachthütte, auf einem schmalen Trail immer steiler werdend. Kurz vor dem Gipfel sichert eine kleine, mit Tritteisen versehene Stufe den letzten Aufschwung.
Oben, auf 1.555 m, steht ein hölzernes Gipfelkreuz mitten in einem 360-Grad-Panorama: im Uhrzeigersinn Jochberg und Kochelsee, Herzogstand, das Murnauer Moos und das Hörnle, weiter nördlich Ammersee, Osterseen und Starnberger See, bei guter Sicht München, dann Brauneck, Benediktenwand und die Gipfelkette des Isarwinkels.
Der Abstieg auf der anderen Seite führt zur Staffelalm (1.320 m, Ende Mai bis Mitte Oktober geöffnet, montags Ruhetag), die am Fuß des Rabenkopf liegt. Von dort geht es auf einem höhenlinientreuen, deutlich entspannteren Weg zurück zur Pessenbacher Schneid und auf derselben Route über die Orterer Alm zurück zum Parkplatz in Pessenbach.