Scharnitz
Achtzehn Ziele dieser Region starten in Scharnitz — vom Naturpark-Infozentrum führen die autofreien Talwege ins Hinterautal zum Isarursprung, ins Gleirschtal und ins Karwendeltal. Die Region Seefeld führt den Ort als „Tor zum Karwendel“.

Die einzige Region jenseits der Stunde — und zugleich die, die am wenigsten Auto braucht.
Blick von der Gleirschhöhe über die junge Isar ins Hinterautal, dahinter der Rosslochkamm. Foto: Harke, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
37 Ziele · Anfahrt 60 bis 115 min · 36 ohne Auto erreichbar
Dass ausgerechnet die entfernteste Gegend fast ohne Auto auskommt, ist kein Zufall, sondern Bahngeschichte. Tutzing liegt an der Strecke nach Garmisch, und ab Garmisch führt die 1912 eröffnete, durchgehend elektrifizierte Mittenwaldbahn — in Österreich Karwendelbahn genannt — über Klais und Mittenwald weiter nach Scharnitz, Gießenbach, Reith bei Seefeld und Hochzirl. Man steigt in Tutzing ein und in Tirol wieder aus. Deshalb reicht diese Region über die Landesgrenze, und Touren von Bahnhof zu Bahnhof sind hier nicht die Ausnahme, sondern das naheliegende Format.
Landschaftlich ist es ein Kalkgebirge der Nördlichen Kalkalpen, rund 45 Kilometer von Ost nach West und knapp 30 von Nord nach Süd, zu etwa 80 Prozent in Tirol, aufgebaut aus Wettersteinkalk und Dolomit und durch vier große Ketten gegliedert; höchster Punkt ist die Birkkarspitze mit 2.749 Metern. Im Hinterautal zwischen den südlichen Ketten entspringt die Isar. Der Naturpark Karwendel ist nach eigenen Angaben das größte Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Österreichs; er geht auf ein Banngebiet von 1928 zurück.
Erschlossen ist das Gebirge fast nur durch seine Täler, und das prägt jede Tour. Nur eine öffentliche Straße führt von Norden über Hinterriß ins Herz des Gebirges zum Großen Ahornboden; die großen Ost-West-Täler sind durch gute Schotterwege erschlossen, aber für den Autoverkehr gesperrt — das Hinterautal etwa ist von Scharnitz bis zur Kastenalm auf 14 Kilometern gut mit dem Rad befahrbar. Man fährt die flachen Kilometer und geht die steilen. Wer eine kurze Runde vor der Haustür sucht, ist hier falsch; wer bereit ist, für einen langen Talweg anzureisen, richtig.
Jeder Punkt steht für einen oder mehrere Startorte; die Zahl in der Marke sagt, wie viele Ziele dort zusammenkommen. Überfahren oder antippen zeigt, welche es sind, und beim Hineinzoomen teilen sich die Marken wieder auf. Wer lieber liest: Unter der Karte stehen ohnehin alle Ziele.
1 Ziel ist nicht auf der Karte: Für sie ist in OpenStreetMap kein Startpunkt verzeichnet. In der Liste darunter stehen sie.
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Ein Messpunkt für eine ganze Landschaft: die Mitte der eingezeichneten Startpunkte. Zwischen Talboden und Grat liegen leicht mehrere Grad — für eine Bergtour bleibt der Bergwetterbericht maßgeblich.
Die Gemeinden und Tourismusverbände stellen eigene Wandertipps und Tourenvorschläge zusammen — mehr, als hier je stehen könnte.
Achtzehn Ziele dieser Region starten in Scharnitz — vom Naturpark-Infozentrum führen die autofreien Talwege ins Hinterautal zum Isarursprung, ins Gleirschtal und ins Karwendeltal. Die Region Seefeld führt den Ort als „Tor zum Karwendel“.
Mittenwald liegt an der Mittenwaldbahn und ist Ausgangspunkt für sieben Ziele dieser Region, vom Hohen Kranzberg bis zur Dammkar- und Pleisenhütte. Die Tourensuche der Alpenwelt Karwendel deckt Mittenwald, Krün und Wallgau gemeinsam ab.
Von der Krüner Ortsmitte gehen acht Ziele dieser Region ab: Barmsee, Geroldsee, Hüttlebachklamm, Soiernhaus und der Weg an der Isar entlang nach Wallgau. Die Gemeinde führt keine eigene Tourenseite, sondern verweist auf ihre Ortsseite bei der Alpenwelt Karwendel.
Nach Aufwand geordnet — von der Feierabendrunde bis zur Tagestour. Die Filter darunter grenzen ein, was gerade passt.
Geigenbau seit 1684, die Karwendelwand direkt hinter dem Ort
Mittenwald lebt seit 1684 vom Geigenbau — Matthias Klotz brachte das Handwerk aus Italien mit, und bis heute gibt es eine staatliche Berufsfachschule dafür im Ort. Am Obermarkt sind die Lüftlmalereien von Franz Zwinck erhalten, darunter das Neunerhaus mit vollständig aufgemalter Scheinarchitektur. Die Karwendelwand steht so direkt hinter dem Ort, dass sie in fast jedem Blick aus einer Seitengasse auftaucht.
Eine Stunde an Fels und Bach
Die kleine Schwester der bekannten Klammen: gut eine Stunde auf einem schmalen Weg an Fels und Bachlauf entlang, als Rundweg ausgewiesen.
Die barrierefreie Tour
Eine der wenigen ausdrücklich als barrierefrei ausgewiesenen Touren der Region: knapp drei Kilometer, sechsunddreißig Höhenmeter, Haltestelle zu Haltestelle. Dafür ein Panorama über vier Gebirgsgruppen.
Der Hausberg von Scharnitz
Der markanteste Gipfel über Scharnitz, und die einzige Tour, die Naturpark und Tourismusverband unabhängig voneinander als Bike & Hike führen. Mit dem Rad durchs Gleirschtal bis zur Amtssäge, den Rest zu Fuß. Der Naturpark stuft die Tour als schwarz ein.
Der höchste Gipfel des Karwendels
Hier ist die Rechnung am eindeutigsten: Achtzehn Kilometer Zustieg werden mit dem Rad zu zweieinhalb Stunden. Am Karwendelhaus bleibt es stehen, und der Gipfel kostet noch einmal knapp tausend Höhenmeter durch das nach oben immer steiler werdende Schlauchkar. Der Naturpark stuft die Tour als schwarz ein.
Die längste Runde ab Scharnitz
Elf Stunden, davon ein guter Teil im Sattel — das ist die längste der Scharnitzer Kombinationen und die einzige mit echter Kletterei. Über das Lafatscherjoch führt ein Verbindungsgrat zum Gipfel, kurz ausgesetzt und im ersten Grad zu klettern.
Über den Halleranger auf den Aussichtsberg
Die ruhigere Alternative zur Birkkarspitze: gleicher Zustieg durchs Hinterautal, aber ein Gipfel, auf dem man selten jemanden trifft. Der letzte Abschnitt ist stellenweise ausgesetzt.
Am Isarursprung vorbei in den Talschluss
Die klassische Karwendel-Kombination: Mit dem Rad das lange Hinterautal hinein, am Isarursprung vorbei, kurz vor der Kastenalm das Rad abstellen — und dann zu Fuß über den Lafatscher Niederleger in einen weiten, stillen Talschluss. Der Fußteil verlangt Kondition.
Ab der Haltestelle ins Seitental
Die Alm auf 1.459 Metern ist Endpunkt der freigegebenen Route und laut Naturpark ein idealer Ausgangspunkt für den Weiterweg zu Fuß — zur Erlspitze, zur Kuhljochspitze, zum Solsteinhaus oder zur Nördlinger Hütte. Schwierig ist vor allem der Radteil; die 13,3 Kilometer mit dem Rad sind die einfache Strecke. Wie anspruchsvoll der Fußteil wird, hängt vom gewählten Ziel ab.
Zu den Quellen der Isar
Die große Runde ab Mittenwald: über Scharnitz ins Hinterautal, am Isarursprung vorbei bis zur Kastenalm, dann zu Fuß in den Halleranger. Dreiundfünfzig Kilometer, aber der Großteil davon flach im Sattel. Konditionell fordernd bleibt die Runde trotzdem.
Die Einstiegstour ins Karwendel
Die einfachste der Scharnitzer Rad-Fuß-Kombinationen und die einzige, die auch mit mäßiger Kondition aufgeht. Am Abzweig ins Kristental bleibt das Rad stehen — dort steht ein ausdrückliches Fahrverbot für Fahrräder.
Ins Samertal, den Gipfel dazu
Der Alpenverein Innsbruck empfiehlt die Kombination selbst: mit dem Rad bis zum Bikeparkplatz unterhalb der Hütte, von dort zu Fuß auf einen der umliegenden Gipfel, etwa die Hintere Bachofenspitze. Bei der Einstufung sind sich die Quellen uneinig: Der Naturpark führt die Tour als „schwierig“, der Alpenverein als „mittel“.
Neun Kilometer flach, dann steil
Die zugänglichere der beiden Bike-&-Hike-Touren ab Mittenwald: neuneinhalb Kilometer gemütlich an der Isar entlang zur Isarlodge Wiesenhof, dort das Rad abstellen, und dann in zwei Stunden zur Hütte auf 1.757 Metern. Die Radetappe ist leicht, die Fußetappe mittelschwer.
Einsame Pfade an der Landesgrenze
Über Adlerkanzel und Pürzlgrat auf einen Gipfel, auf dem selten jemand steht. Der Rückweg führt über die Rotwandlspitze und die unbewirtschaftete Tiroler Hütte.
Alpines Gelände über Mittenwald
Die zweite Hütte über Mittenwald, etwas weiter und höher als die Mittenwalder. Von dort führen Wege in allen Schwierigkeitsgraden weiter — die Dammkarhütte ist eher Ausgangspunkt als Ziel.
Klamm, Almboden, Wankblick
Die kurze Variante durch die Finzbachklamm: hinauf zum Almboden der Esterbergalm, mit Blick hinüber zum Wank, und auf demselben Weg zurück.

Versteinerte Muscheln im Bachbett
Der Naturpark führt die Klamm unter seinen zehn schönsten Plätzen — auf diesem Rundweg ist sie eine von mehreren Stationen, nicht das ganze Programm: vom Parkplatz in Scharnitz geht es über die Scharnitzer Alm zur Klamm, durch schmale Gänge aus Rauwacke mit versteinerten Muscheln im Bachbett, dann weiter bergauf und auf einem anderen Weg zurück ins Tal.
Für Kinder, entlang von Fluss und Stausee
Ein Themenweg an der Isar und am Stausee entlang, mit Aktivstationen und Schautafeln. Auf dem Wasser Schwäne und andere Wasservögel — eine Familientour ohne alpine Ansprüche.
Erste Etappe: von Scharnitz durch das Karwendel ins Isartal
Start in Scharnitz, dem Tor zum Karwendel, nahe der Isarquelle im Hinterautal. Von dort dem jungen Fluss durch eines der natürlichsten Flusssysteme Mitteleuropas nach Norden folgen, über Vorderriß und den Sylvensteinspeicher bis Lenggries.
Ein Spaziergang mit Schluchtblick
Der Naturpark nennt es selbst „mehr ein ausgedehnter Spaziergang mit beeindruckendem Panorama“: Einblicke in die rauschende Karwendelschlucht, Ausblick ins Karwendeltal, dazwischen die Birzelkapelle. Die kürzeste lohnende Tour ab dem Bahnhof.
Rundweg über der Klamm
Die kurze Runde über den Karwendelsteg, mit Blick hinunter in die Schlucht und zurück über die Birzelkapelle. Wer weniger will, macht laut Quelle nur einen kurzen Abstecher zur Birzelkapelle.
Große Runde durch die Finzbachklamm
Einundzwanzig Kilometer und tausend Höhenmeter, und die Quelle führt sie trotzdem als mittel. Der Weg führt durch die Finzbachklamm und verbindet drei Almen.
Wasserfall, Badesee, zwei Stunden
Durch das Laintal mit seinem Wasserfall hinauf zum Lautersee, einmal herum und zurück. Kaum Höhenmeter, ganzjährig begehbar, und im Sommer eine Badestelle mit Blick auf den Wetterstein.
Eine Steigung, sonst gemütlich
Die entspannteste der Scharnitzer Radrouten: zweiundzwanzig Kilometer, eine einzige kräftige Steigung — der „Krapfen“ von der Isar hinauf ins Gleirschtal — und oben Almweiden. Ausgangspunkt für den Hohen Gleirsch.
Der Klassiker unter den Karwendeltouren
Route 595 von Scharnitz zum Karwendelhaus: 37 Kilometer, 850 Höhenmeter, gut viereinhalb Stunden auf fast durchgehend naturbelassenem Weg, im Schlussteil in mehreren anstrengenden Serpentinen. Technisch ist die Route anspruchslos.
Die kürzeste Hüttentour der Gegend
2,3 Kilometer für 543 Höhenmeter — der Aufstieg ist laut Quelle in rund anderthalb Stunden zu schaffen. Oben eine große Sonnenterrasse auf 1.521 Metern.
Wo der Elch gefunden wurde
Auf dem Weg liegt eine begehbare Höhle — der Fundort eines 2.000 Jahre alten Elchskeletts, das heute im Naturpark-Infozentrum steht. Oben der weiteste Rundblick der Gegend: Karwendeltal, Hinterautal, Gleirschtal und bis zum Wetterstein.
Siebenundzwanzig Kilometer über Mittenwald
Die sportliche Runde über Mittenwald mit zahlreichen Einkehrmöglichkeiten am Weg. Die Alpenwelt Karwendel stuft sie als schwer ein und nennt sie „eine anspruchsvolle und äußerst vielfältige Tour für sportliche Biker“.
Wiesen, Wasser, Karwendelblick
Ein flacher Rundweg über offene Wiesen zum Barmsee und um ihn herum. Im Sommer eine Badestelle für die ganze Familie, im Rücken das Karwendel.
Klamm mit Bahnhof vor der Tür
Der Weg beginnt am Bürger- und Tourismusservice in Reith bei Seefeld, wenige Schritte vom Bahnhof — eine der wenigen Klammen, für die man kein Auto braucht. Als Familientour ausgewiesen, mit viereinhalb Stunden aber kein Spaziergang.
Jagdhaus Ludwigs II. auf 1.622 Metern, mit Badeseen davor
Über die Fischbachstraße hinauf zur Fischbachalm, kurz bergab zum Hundstall und wieder steil hinauf zur Materialseilbahn des Soiernhauses. Ab dort zu Fuß über einen Serpentinensteig ohne größere Schwierigkeiten. Auf das Rad entfallen 9,5 der 23,4 Kilometer und 880 der rund 1.300 Höhenmeter, auf den Fußweg knapp 2 Kilometer und 420 Höhenmeter; in Bewegung ist man 3:45 Stunden, mit Pausen fünf bis fünfeinhalb. Oben das Jagdhaus, das Ludwig II. 1866 errichten ließ, und die Soiernseen zum Baden. Die Schöttelkarspitze auf 2.050 Metern lässt sich anhängen, dann wird es aber knapp sechs Stunden.
Bahnhof zu Bahnhof über zwei Seen
Eine Tour von Bahnhof zu Bahnhof an der Mittenwaldbahn: in Klais aussteigen, in Mittenwald wieder einsteigen, dazwischen Schloss Elmau, Ferchensee und Lautersee. Als Winterwanderung ausgewiesen, laut Quelle ganzjährig begehbar.
Der stille Bergsee mit dem großen Panorama
Ein flacher Weg von Krün über blühende Wiesen zum Geroldsee, mit dem Karwendel im Rücken. Die Quelle rechnet 1:40 h für den Hinweg.
Drei Köpfe, Fernblick in alle Richtungen
Über Zäunlkopf und Zunterkopf mit Abstieg über die Kreidenböden. Der Anstieg führt wahlweise über den Forstweg Nr. 30 oder einen Steig in Serpentinen entlang der alten Skipiste.
Ins Hinterautal, wo die Isar anfängt
Die entspannteste Tour dieser Gruppe und die mit der besten Bahnanbindung: Von Scharnitz geht es taleinwärts bis zum Isarursprung nach rund 14 Kilometern. Dort bleibt das Rad stehen, der Quellenweg ist zu Fuß in zehn Minuten zu machen. Danach wieder aufs Rad bis zum Radlparkplatz an der Kastenalm. Ein Trekking- oder Crossrad reicht. Mit Pausen wird daraus ein halber Tag.
Bergseen unter dem Predigtstuhl
Die Soiernseen liegen in einem Kessel unter Fischbachkopf, Predigtstuhl und Ochsenstaffel — eine der stilleren Ecken im Karwendel. Wer will, radelt den Forstweg bis zum Haus und spart sich einiges an Fußmarsch.
Hinein in Scharnitz, hinaus in Hochzirl
Eine Tour mit Bahnanschluss an beiden Enden — hinein in Scharnitz, hinaus in Hochzirl, ohne einen Meter zurückzugehen. Der Anstieg führt durch die Gleirschklamm.
Hinter Scharnitz steigt die Mittenwaldbahn aufs Seefelder Plateau — und dort hört diese Liste auf. Nicht weil das Gelände weniger hergäbe: Ein Tag ab Tutzing reicht bis Scharnitz und zurück, für alles dahinter braucht es ein anderes Format. Südlichster Punkt dieser Region bleibt deshalb die Schlossbachklamm bei Reith.
Wer weiter will, ist auf der anderen Seite besser aufgehoben. Der Tourismusverband Seefeld deckt genau dieses Gebiet ab — Seefeld, Leutasch, Mösern, Reith und Scharnitz: dieselbe Bahnlinie, dasselbe Gebirge, nur von Süden her aufgeschlossen. Rund 400 Touren stehen dort mit Karte, Höhenprofil und GPX-Datei zum Mitnehmen, dazu etwas, was diese Seite nicht leisten kann: eine gepflegte Liste der aktuellen Wegsperren.
Herausgeber: Tourismusverband Seefeld