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Mittenwald und der Karwendel

Geigenbau seit 1684, die Karwendelwand direkt hinter dem Ort

Länge
1,2 km
Unterwegs
Tagestour

Mittenwald lebt seit 1684 vom Geigenbau — Matthias Klotz brachte das Handwerk aus Italien mit, und bis heute gibt es eine staatliche Berufsfachschule dafür im Ort. Am Obermarkt sind die Lüftlmalereien von Franz Zwinck erhalten, darunter das Neunerhaus mit vollständig aufgemalter Scheinarchitektur. Die Karwendelwand steht so direkt hinter dem Ort, dass sie in fast jedem Blick aus einer Seitengasse auftaucht.

Knapp über dem Ein-Stunden-Radius — dafür fährt der Zug direkt ins Ortszentrum.
Details
StartMittenwald
AnfahrtBahn ca. 1:10–1:30, teils mit Umstieg in Garmisch · Auto ca. 1:10–1:20
CharakterObermarkt, Pfarrkirche, Geigenbaumuseum
EinkehrBergstation Karwendel oder Obermarkt
Saisonganzjährig
Highlights
  • Obermarkt mit Lüftlmalerei
  • Karwendelbahn zur Fernrohr-Plattform auf 2.244 m
  • Leutascher Geisterklamm nebenan

Zeitstrahl

1096/98

Der Ort taucht als „media silva“ erstmals in Urkunden auf, entstanden aus einer Rodung im Wald.

1305

Mittenwald erhält das Marktrecht — die römische Via Raetia führt mitten hindurch.

1487–1679

Wegen Konflikten mit Venedig verlagert sich der Bozner Markt zeitweise nach Mittenwald, das zum wichtigen Warenumschlagplatz wird — mit zwanzig ansässigen Flößermeistern.

1684

Matthias Klotz bringt den Geigenbau aus Italien mit und begründet das Handwerk, das den Ort bis heute prägt.

1738–1749

Baumeister Joseph Schmuzer errichtet die Pfarrkirche St. Peter und Paul, Matthäus Günther bemalt 1746 den Turm — der einzige erhaltene Barockkirchturm mit Lüftlmalerei. Geweiht wird 1749.

1786

Goethe nennt Mittenwald auf seiner Italienreise ein „lebendiges Bilderbuch“.

1836

Eine Cholera-Epidemie fordert 58 Todesopfer und stößt frühe Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge im Ort an.

1930

Das Geigenbaumuseum eröffnet.

Der Rundgang

  1. 1
    Bahnhof Mittenwald

    Start des Rundgangs. Der Zug fährt direkt ins Ortszentrum, wenige Schritte zum Obermarkt.

  2. 2
    Obermarkt

    Die Lüftlmalereien von Franz Zwinck sind hier erhalten, darunter das Neunerhaus mit vollständig aufgemalter Scheinarchitektur — Fenster, Erker und Simse, die alle komplett flach sind.

  3. 3
    Pfarrkirche St. Peter und Paul

    Joseph Schmuzer baute die Kirche 1738 bis 1740, geweiht wurde sie 1749. Matthäus Günther bemalte 1746 den Turm mit den Kirchenpatronen Petrus und Paulus — der einzige erhaltene barocke Kirchturm mit Lüftlmalerei.

  4. 4
    Geigenbaumuseum

    Seit 1684 lebt Mittenwald vom Geigenbau, den Matthias Klotz aus Italien mitbrachte. Das Museum besteht seit 1930 und zeigt barocke Mittenwalder Instrumente, Klotz-Geigen und eine nachgebaute Werkstatt mit Vorführungen.

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