Der Parkplatz heißt „Panorama“, und das Versprechen hält er: Wer aussteigt, blickt über die Wiesen auf den Soier See und die ersten Gipfel der Ammergauer Alpen. Was von hier aus wie ein gewöhnlicher Alpenvorlandsee aussieht, ist in Wirklichkeit ein Hochmoor mit einem See darin – Bayerns kleinster und zugleich wärmster Moor-Badesee.
Gleich hinter dem Parkplatz stehen die ersten von sechs Schautafeln zur Vogelwelt des Sees. Ein schmaler Brettersteg führt mitten ins Hochmoor, bis zu einer Plattform: Eine Eisenstange markiert Schicht für Schicht, wie tief der Torf reicht – zurück bis vor rund 10.000 Jahren, als hier ein Gletscher abschmolz und eine abflusslose Mulde hinterließ. Ohne Zu- und Abfluss blieb das Wasser sauerstoffarm, abgestorbene Pflanzenreste wurden zu Torf statt zu verfaulen.
Genau dieser Torf hat den Ort berühmt gemacht: Seit über hundertfünfzig Jahren wird das Bergkiefern-Hochmoor zu Bädern und Packungen verarbeitet, offiziell ist Bad Bayersoien seit 1996 Moorheilbad. Dieselben Huminstoffe, die dem Wasser seine tiefbraune Farbe geben, gelten als entzündungshemmend. Das Wasser erwärmt sich dank der dunklen Farbe rasch und liegt im Sommer meist über 25 Grad.
Ein Moortretbecken direkt am Ufer lässt den Schlamm zwischen den Zehen durch, eine Kneippanlage kühlt anschließend. Der Barfußpfad wechselt zwischen Balancierbalken und einem Baumwipfelsteg. Der ganze Weg ist stufenlos, mindestens zwei Meter breit und trägt das Siegel „Reisen für alle“ – nicht zufällig, denn am Fischerhäusl gibt es auch ein barrierefreies WC.