Ammergauer AlpenFeierabendtourVorher prüfen
Schleifmühlklamm
- Länge
- ca. 4 km
- Höhenmeter
- 112 hm auf / 109 hm ab
- Unterwegs
- ca. 1:15 h
- Mit Anfahrt
- ca. 2:55 h
- Anspruch
- leicht
Viele kleine Wasserfälle, ein restauriertes Mühlenhaus zum Wetzstein-Schleiferhandwerk und aufgelassene Steinbrüche — eines der schönsten Geotope Bayerns. Im Winter Eisformationen. Wetzstein-Vorführungen am zweiten Samstag im Monat, Juni bis September. Mit einem Abstecher zu den Wetzsteinbrüchen werden 5 bis 6 Kilometer daraus.
Stellenweise ist Trittsicherheit nötig. Bei Nässe wird der Weg matschig. Im Winter sind die Stege und Stufen durch die Klamm bei Schnee und Eis unangenehm zu gehen — gesperrt ist sie aber nicht. Als Verlängerung bietet sich das Steckenbergkreuz an.
Details
StartParkplatz Pürschling, Unterammergau
AnfahrtAuto ca. 50 min, Bahn bis Unterammergau plus 20 min Fußweg
CharakterKlamm über Treppen und Brücken
Einkehrder Gasthof Schleifmühle ist nur noch für Veranstaltungen buchbar — am Rundweg derzeit keine offene Einkehr
Saisonganzjährig
Highlights- Wetzsteinmühle
- Wetzsteinbrüche
- Eisformationen im Winter
Wer die Partnachklamm kennt und ihre Menschenschlangen fürchtet, findet fünfzig Kilometer weiter westlich, am Rand von Unterammergau, die ruhige Schwester: dieselbe steile Kalkschlucht mit tosendem Wasser, oft aber nur mit den eigenen Schritten als Begleitung. Gleich am Eingang steht eine wiederaufgebaute Schleifmühle – rekonstruiert vom Historischen Arbeitskreis Unterammergau, der dafür rund 3000 Arbeitsstunden investierte. Es ist die Mühle des „Schneiderla“ Toni, der als letzter Wetzsteinmacher des Ortes bis in die 1960er Jahre hier arbeitete.
Unterammergau baute über Jahrhunderte einen kleinen Wohlstand auf Wetzsteinen aus der Klamm auf: In der Blütezeit zwischen 1850 und 1900 lebten mehr als fünfzig Familien vom Handwerk, geschärft wurden damit Sensen und Sicheln in halb Europa. Geblieben ist der Wetzstein im Gemeindewappen – und die Klamm selbst, auf knapp 500 Metern durch gefaltete Bänke aus Kalk und Mergel der Ammergau-Formation, mit kühlen Gumpen und kleinen Kaskaden. Am oberen Wasserfall tritt rötliches Radiolarit zutage, ein kieselreiches Gestein aus den Panzerresten urzeitlicher Meeresbewohner. Ein gesicherter Steig aus Treppen und Brücken macht auch die schmalsten Stellen gefahrlos begehbar – eines der schönsten Geotope Bayerns.
Oben öffnet sich von einer Aussichtsplattform der Blick über das Pulvermoos, ein rund 131 Hektar großes Naturschutzgebiet, eines der größten und artenreichsten Moore Bayerns. Der Rückweg führt über einen breiten Forstweg zurück zum Parkplatz Pürschling. Einkehren lässt sich unterwegs derzeit nicht: Der Gasthof Schleifmühle am Ausgangspunkt ist inzwischen reine Eventlocation.