Die Hochplatte ist ein Gipfel, den man sich erarbeitet: erst Waldpfad, dann Schutt und Fels, zuletzt ein schmaler Grat mit freiem Blick nach allen Seiten. Die Runde ab dem Parkplatz Ammerwaldalm (1.102 m) geht auf knapp 14 Kilometern rund 990 Höhenmeter nach oben, bis auf das letzte Stück vor dem Parkplatz ohne Gegenanstiege, und kommt auf einem anderen Weg zurück.
Gleich hinter dem Parkplatz folgt der Weg dem Bach im Roggental und steigt stetig an. Es ist ein Anstieg, der Zeit braucht: Wald, im Herbst mit gelbem Laub, dann steinige Rinnen und Felsstufen, später Schuttfelder, die der Pfad quert, über sich die hellen Felsflanken. Kurz unter dem Weitalpjoch zieht der Weg noch einmal richtig an, es ist die steilste Stelle der ganzen Runde. Rund um das Joch (1.778 m) lichtet sich der Wald, der Hang öffnet sich zu Almgras, und felsige Gipfel kommen ins Bild.
Vom Joch aus wird das Gelände rauer. Die Hochplatte besteht wie der Säuling aus hellem Wettersteinkalk, und das sieht man: Fels, Latschen und Geröll bestimmen jetzt das Bild. Der letzte Abschnitt ist der Gipfelgrat, schmal und ausgesetzt, an einzelnen Stellen mit Drahtseil. Dort ist Trittsicherheit Pflicht, und Schwindelfreiheit auch: Links und rechts des Pfades geht es steil nach unten. Das Gipfelkreuz steht nach Angaben des Höhenrauschs rund drei Meter unter dem höchsten Punkt des Grats.
Oben, auf 2.089 Metern, lohnt sich die lange Rast. Je nach Sicht reicht der Blick über die Ammergauer Berge zu Lechtaler und Allgäuer Alpen, zum Forggensee und ins Ammergau. Am Tag der Tour lag unter dem Gipfel eine geschlossene Nebeldecke, nur die Gipfel ragten heraus, und eine Dohle mit gelbem Schnabel saß bei den Wanderern auf dem Fels.
Der Abstieg bleibt zunächst auf dem Grat, wieder mit Drahtseilen, zum Teil direkt auf der Schneide. Am Fensterl, einem Felsentor im Grat, führt der Weg vorbei, durch das Fenster selbst geht diese Runde nicht (das ist eine andere Tour). Weiter geht es zum Roggentalsattel (1.883 m). Die Hochblasse (1.989 m) liegt in unmittelbarer Nähe, gehört aber nicht zu dieser Runde.
Vom Sattel führt der Weg ins Köllebachtal, über die Jägerhütte und den Schützensteig hinab zum Hotel Ammerwald. Die Einkehr an der Jägerhütte gibt es laut Höhenrausch nur in der Saison, von Mitte Juni bis September; außerhalb davon vorher nachfragen. Vom Hotel geht es auf einem letzten, flachen Stück zurück zum Parkplatz, wo die Ammerwaldalm wartet: laut Höhenrausch Mittwoch bis Montag von 10 bis 20 Uhr geöffnet, Dienstag Ruhetag. Unterwegs gibt es sonst keine Einkehr, also Verpflegung mitnehmen.