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Füssen

Die Altstadt, die alle übersehen, weil sie zum Schloss weiterfahren

Länge
3,7 km
Unterwegs
Tagestour

Füssen wird meist nur als Parkplatz für Neuschwanstein benutzt — dabei ist die Altstadt der interessantere Teil. Die Reichenstraße folgt exakt dem Verlauf der römischen Via Claudia Augusta, und die Hoffassade des Hohen Schlosses trägt eine der wenigen erhaltenen spätgotischen Illusionsmalereien: aufgemalte Fenster und Erker, komplett flach. Am Lechfall stürzt der Fluss über eine nachgeformte Kalksteinstufe, überspannt vom Maximiliansteg.

Liegt außerhalb des Ein-Stunden-Radius — früh losfahren. Neuschwanstein bewusst weglassen, für Locals lohnt der Anstellstress nicht.
Details
StartFüssen
AnfahrtAuto ca. 1:20–1:30 · Bahn über zwei Stunden
CharakterReichenstraße, Hohes Schloss, Kloster St. Mang, Lechfall
EinkehrAltstadt rund um die Reichenstraße
Saisonganzjährig
Highlights
  • Lechfall und Maximiliansteg
  • Illusionsmalerei am Hohen Schloss
  • Hopfensee zum Baden

Zeitstrahl

um 748

Der heilige Magnus gründet eine Klosterzelle, aus der später das Benediktinerkloster St. Mang hervorgeht.

9. Jahrhundert

Bischof Sintpert von Augsburg lässt aus der Einsiedelei ein Benediktinerkloster entwickeln.

1486–1505

Die Augsburger Fürstbischöfe bauen eine bescheidene Burg zum gotischen Hohen Schloss als Sommerresidenz aus.

1562

Die erste europäische Lautenmacher-Zunft gründet sich in Füssen — bis ins 18. Jahrhundert Wiege des gewerbsmäßigen Lautenbaus in Europa.

1602

Jakob Hiebeler malt im Auftrag von Abt Matthias Schober den Füssener Totentanz für die Annakapelle — der älteste erhaltene Totentanz Bayerns.

1696–1726

Architekt Johann Jakob Herkomer baut das Kloster St. Mang barock um, aus der unregelmäßig gewachsenen mittelalterlichen Anlage wird ein symmetrischer Komplex.

Der Rundgang

  1. 1
    Bahnhof Füssen

    Start des Rundgangs. Über die Bahnhofstraße und die Luitpold Passage geht es zur Reichenstraße.

  2. 2
    Reichenstraße

    Die Reichenstraße folgt exakt dem Verlauf der römischen Via Claudia Augusta — heute die Fußgängerzone der Altstadt, die die meisten Besucher nur auf dem Weg zum Schloss durchqueren.

  3. 3
    Hohes Schloss

    Die Augsburger Fürstbischöfe bauten die bescheidene Burg zwischen 1486 und 1505 zur gotischen Sommerresidenz aus. Die Hoffassade trägt eine der wenigen erhaltenen spätgotischen Illusionsmalereien: aufgemalte Fenster und Erker, komplett flach.

  4. 4
    Kloster St. Mang

    Der heilige Magnus gründete um 748 eine Klosterzelle, aus der das Benediktinerkloster hervorging — Ankerpunkt für den Warenumschlag, wo Lasten von Saumtieren auf Flussschiffe wechselten. In der Annakapelle malte Jakob Hiebeler 1602 den Füssener Totentanz, den ältesten erhaltenen Bayerns. Zwischen 1696 und 1726 baute Johann Jakob Herkomer die Anlage barock um.

  5. 5
    Lechfall und Maximiliansteg

    Über Faulenbachgäßchen und Ländeweg zum Lechfall: Der Fluss stürzt hier über eine nachgeformte Kalksteinstufe, überspannt vom Maximiliansteg.

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